Monat: Januar 2018

Filmkritik: Outside the Box

Über den Tellerrand schauen lernen ist das Ziel des Business-Seminars, an welchem vier erfolgreiche Unternehmensberater teilnehmen sollen. Ein übliches Konzept also, um etwas abgehobene Schreibtischtäter wieder zu erden. Ein Luxusbus bringt Vicky Krieps, Sascha Alexander Gersak, Stefan Konarske und Volker Bruch in ein abgelegenes Waldstück, wo sie in einem Rollenspiel lernen sollen, mit extremen Stresssituationen umzugehen.

Kern dieses Spiels ist eine öffentlichkeitswirksam inszenierte Entführung durch zwei Bewaffnete. Blöd nur, dass sich das geglaubte Spiel in blutigen Ernst verwandelt. Die beiden Geiselnehmer haben nämlich ihre eigene Vorstellung was die Höhe der Bezahlung angeht – eine Million. Es darf jedoch nichts nach draußen gelangen, da die negative PR einfach vernichtend wäre. Also müssen die vier Helden unverdrossen mitspielen und das Ganze gerät zur Farce.

Der Film karikiert den Business-Alltag und spielt Bullshit Bingo mit dem damit verbundenen Fachjargon. Assessment Center, Bonding und Teambuilding haben alle ihren Platz und zeigen wie realitätsfern die Business-Welt größtenteils ist. Das Setup dieses deutschen Films kann sich in jeder Hinsicht sehen lassen. Der Cast ist gelungen und taucht glaubwürdig in seine Rollen ein. Immer wieder wird in die Perspektive der Überwachungs- und Knopfkameras umgeschaltet, was sehr nett anzuschauen ist. Die Filmidee ist nicht neu, wurde von Philip Koch aber sehenswert, lustig und bösartig umgesetzt.