Monat: März 2018

Filmkritik: Ossi’s Eleven

Oswald, genannt Ossi, hat gerade ein Jahr Knast hinter sich. Da er jedoch beratungsresistent ist, plant er bereits das nächste Ding – eine Spielcasino-Kette ausrauben. Einziger Nachteil – die Kette ist pleite. Doch Ossis kriminelle Energie lässt sich davon nicht ausbremsen.

Der Alternativplan ist der Überfall auf eine Gießerei, die D-Mark-Münzen einschmilzt. Dieser Coup könnte sich lohnen. Also versammelt Ossi eine Truppe aus Wendeverlierern um sich, die alle mehr weniger nützlich sind, und das Unheil nimmt seinen Lauf. Eine Abfolge von Slapstick-Einlagen und absurden Situationen ist die Folge und der Zuschauer ist zwischen Mitleid und Lachanfällen hin- und hergerissen.

Der Film aus dem Jahr 2008 stellt eine unverkennbare Persiflage auf die Ocean’s Eleven-Reihe dar. Fans deutscher Filme sind diesbezüglich recht leidgeplagt. Zu oft wurden Hollywood-Produktionen hierzulande mit geringem Budget, aber großen Namen lieblos abgekupfert. Dass der Film gar nicht erst versucht, sich als internationaler Kassenknüller zu tarnen, muss man Regisseur Oliver Mielke zugutehalten.

Dennoch muss sich der Film nicht verstecken. Der Cast entwickelt die richtige Dynamik und hat seinen ganz eigenen Charme. Götz Otto ist ja nun nicht der weltbeste Schauspieler, glänzt aber in der Rolle des abgehalfterten Ex-Ruderprofis. Stefan Jürgens als Ossis Kumpel Karl, der mit dessen Frau schläft und sein eigenes Ding plant, ist einfach grandios mit Mittelscheitel und Bart. Prädikat: Sehenswert.